Under Cover
Under Cover
Die Werkreihe Under Cover spielt mit dem Schein, der Wahrnehmung und dem Raum. Malerisch legt die Künstlerin eine transparente Folie über die eigentliche, zumeist nächtliche Szene. Diese scheinbar einfache Intervention bewirkt eine komplexe Verschiebung: Vorder- und Hintergrund geraten in ein neues Spannungsverhältnis, der Bildraum öffnet sich, wird instabil, mehrdeutig. Realität und Projektion überlagern sich – das Gesehene wird hinterfragt.
Diese Szenerien – realistisch angelegt und technisch meisterhaft umgesetzt – entfalten eine eigentümliche Sogwirkung. Es sind stille, oft menschenleere Räume, durchzogen von künstlichem Licht, das sich in Straßen, Fassaden oder Fenstern bricht. Die Präzision ihrer Malweise erzeugt dabei keine Distanz, sondern im Gegenteil: eine fast magnetische Nähe. Der Blick des Betrachters wird festgehalten, geführt und zugleich verunsichert. Angela Wichmanns Arbeiten zeichnen sich durch einen hohen Wiedererkennungswert aus. Sie verbinden technische Virtuosität mit einer unverwechselbaren Bildsprache, die sich teils dem schnellen Zugriff entzieht und gerade darin ihre Stärke entfaltet.
Under Cover
The challenge of this series is to painterly translate the visible into the invisible. The overlap of the visible is central to the spatial process. In a dialogue with materiality, Angela Wichmann plays with the contrast between foreground and background. The transparent, almost tangible film functions as an ambivalent membrane: it promises protection while simultaneously creating uncertainty by shifting and obscuring perception. The background is in tension with this barrier, destabilizing familiar spatial concepts. Perception is not confirmed here, but questioned – a visual field in which certainties become fragile and meaning is constantly reformed.























































